Wie finde ich die richtige Reitschule !

Oft ereilt es ja die Eltern. Das Kind möchte sooo gerne reiten lernen und dann geht die Suche los.

Entweder man fragt im Freundes- und Bekanntenkreis nach und geht auf Empfehlung hin. Oder man versucht es auf eigene Faust. Gilt natürlich für Erwachsene genauso.

Grösstenteils wird erstmal nach dem Preis gefragt. Sicherlich ein wichtiger Aspekt für die Haushaltskasse, sollte aber bei der Auswahl nicht den höchsten Stellenwert haben.

Hier ein paar Tipps, die die Qual der Wahl erleichtern können.

Tipp 1 : Welche Reitweise wird angeboten? Möchte ich zum Beispiel klassischen Reitunterricht oder das Westernreiten erlernen?

Tipp 2 : Die räumliche Entfernung sollte nicht ausser Acht gelassen werden. Wie lange fahre ich zur Reitschule?

Tipp 3: Wie sind die Pferde untergebracht? Stehen sie in kleinen, dunklen Boxen ohne Kontakt zu Artgenossen oder in grossen, hellen Boxen und können ihre Freunde sehen? Haben sie Weidegang? Stehen sie im Offenstall? Kennen sie das Herdenleben?

Daraus resultiert oft das Verhalten der Pferde. Werden sie artgerecht gehalten, sind sie im Umgang mit dem Menschen viel freundlicher und es gibt auch selten böse Überraschungen im Reitunterricht (z.Bsp. Buckeln oder Durchgehen)

Tipp 4: Wie sehen die Pferde aus? Sind sie zu dünn oder zu dick? Wie sehen die Hufe aus? Hängen sie in Fetzen oder sind sie wohl geformt?

Tipp 5: In welchem Zustand ist die Ausrüstung? Sehen Halfter, Sattel, Trense gepflegt aus? Hat jedes Pferd seinen eigenen Sattel, Trense und Putzkasten? Ein nicht passendes Equipment kann auch zur Unwilligkeit beim Pferd führen , da es dadurch vielleicht Schmerzen hat.

Tipp 6: Wieviele Reitschüler sind in einer Gruppe? Mehr als 6 wird für den Reitlehrer unübersichtlich.

Tipp 7 : Wie oft gehen die Pferde am Tag im Unterricht ? 2x sollte die Norm sein. Reitschüler sind meist noch unausbalanciert und fallen dem Pferd oft in den Rücken, ziehen mit dem Zügel am Pferdemaul. Die Motivation des Pferdes für die 3. Reitstunde kann man sich dann ja denken. ;-)

Tipp 8 : Bevor es alleine auf das Pferd geht, sollten Longenstunden angeboten werden, um einen zügelunabhängigen Sitz erlernen zu können.

Tipp 9: Wie ist der Umgangston im Stall? Wie gehen die Reitlehrer mit den Pferden um und wie mit den Reitschülern? Kann man eine gewisse Sozialkompetenz erkennen oder werden die Reitschüler eine Stunde angeschrien?

Dafür sollte man kein Geld ausgeben. Fehler sollten in einem vernünftigen Umgangston erklärt werden und auch die Pferde sollten nicht als Arbeitsmaterial behandelt werden. Es soll schliesslich allen Spass machen!

Tipp 10 : Welche Möglichkeiten sind gegeben? Halle, Aussenreitplatz, Springplatz, Galoppbahn? Daran kann ich eventuell die Abwechslung des Unterrichtes erkennen.

 

Als letztes entscheidet aber immer das Bauchgefühl.

Vielleicht ist es jetzt ein wenig klarer, warum ich den Preis nicht als wichtigstes Auswahlkriterium wähle. Denn wenn sich ein Reitschulbetrieb um alles nach bestem Gewissen kümmert, hat dies auch seinen Preis und sollte vom Kunden honoriert werden.

 

Ich hoffe, die Tipps sind ein wenig hilfreich, um die Auswahl zu erleichtern.

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